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Entwicklung

Entwicklung der Persönlichkeit

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Gleichnis vom Elefanten
Ein indischer Fürst liess alle Blindgeborenen seines Landes zusammenführen und liess ihnen zeigen, wie ein Elefant aussieht…
Da standen nun die Blindgeborenen von Savatthi um den Elefanten herum und betasteten ihn, ein jeder, wo er gerade stand. Dann begab sich der König zu den Blindgeborenen und fragte sie: „Wie ist denn ein Elefant?“
Und da sagten nun die einen:
Der Elefant ist wie ein Tragkessel – so sprachen die, die den Kopf betastet hatten.
Der Elefant ist wie eine Schaufel – so sagten die, die das Ohr des Elefanten betastet hatten.
Der Elefant ist wie eine Pflugschar – so sagten die, die seinen Zahn betastet hatten;
wie eine Stange am Pfluge ist der Elefant – so sagten die, die seinen Rüssel betastet hatten;
wie ein Pfeiler ist der Elefant – sie hatten sein Bein betastet;
wie eine Keule ist der Elefant – sie hatten seinen Schwanz in die Hand genommen;
wie ein Besen ist der Elefant – so sprachen die, welche das Schwanzende befühlt hatten. –
Und sie gerieten miteinander in Streit, und jeder meinte recht zu haben, denn er traute der eigenen Erfahrung.
Befragt man Philosophen, Pädagogen und Psychologen danach, was die Persönlichkeit ist, wird man eine ähnliche Vielfalt von Antworten bekommen wie der indische Fürst auf seine Frage: „Habt ihr erkannt, was ein Elefant ist?“
5.3.06 19:18


1. Fortsetzung

Auch in der Psychologie gibt es eine Vielzahl von Persönlichkeitsbegriffen. Die Begriffe sind Reduktionen einer komplexen Wirklichkeit, je nachdem, welches Erkenntnisinteresse den Forscher leitet und von welchem Menschenbild er ausgeht.
Hans-Peter Langfeldt (1995) schreibt hierzu:
„Wissenschaftler sind selbst Persönlichkeiten mit Vorlieben und Abneigungen, mit persönlichen Überzeugungen, mit Weltanschauungen und mit unterschiedlichen Menschenbildern. Ihre Theorien entsprechen ihrer Persönlichkeit.“
Eine empirische Wissenschaft, wie die Persönlichkeitspsychologie, braucht keine abschließende Definition. Es genügt eine Arbeitsdefinition, die solange gilt bis sie widerlegt wird. Eine solche Arbeitsdefinition kann lauten:
Persönlichkeit ist die einzigartige Struktur von relativ konstanten und doch sich verändernden Merkmalen einer Person, die ein beständiges Verhaltens- und Erlebensmuster zur Folge haben.
5.3.06 19:43


2.Fortsetzung

Entwicklung der Persönlichkeit

Die Persönlichkeitstheorie von Carl R. Rogers ist das Ergebnis seiner jahrzehntelangen therapeutischen Arbeit mit Menschen. Aus einer Therapiemethode und einer Lehre vom Prozess der Veränderung des menschlichen Verhaltens hat Rogers eine umfassende Theorie der Persönlichkeit entwickelt. Sein spezielles Erkenntnisinteresse galt den Prozessen der Veränderung.
Sein Menschenbild ist geprägt von einem tiefen Respekt gegenüber dem Menschen und deutlich beeinflusst vom philosophischen Denken des Humanismus.
5.3.06 21:48


3. Fortsetzung

Drei wesentliche Aussagen der Persönlichkeitstheorie von Rogers sind:

1. Persönlichkeitsentwicklung ist Selbstwerdung und geschieht durch Selbstexploration und Selbstannahme. „Der Betreffende horcht immer mehr in die tiefsten Winkel seines psychischen und emotionalen Wesens hinein; und er entdeckt, dass er immer stärker bereit ist, mit größerer Genauigkeit und Tiefe jenes Selbst zu sein, das er am wahrhaftigsten ist.“ (Car Rogers, 1992)
7.3.06 15:00


4. Fortsetzung

2. Die gestaltende Kraft der Selbstwerdung ist das angeborene und beständige Bestreben des Menschen, seine Entwicklungsmöglichkeiten zu entfalten und zu verwirklichen (Selbstaktualisierung). „Die letzte treibende Kraft… ist der unnachgiebige Wille der Person, mit sich selbst fertig zu werden, der Wunsch, zu wachsen und nichts einfach bestehen zu lassen, was das Wachsen behindert… Bei der überwältigenden Mehrzahl aller Individuen ist die Vorwärts-Richtung des Wachsens mächtiger als die Zufriedenheit, die es mit sich bringt infantil zu bleiben“ (C. Rogers, 1998).
7.3.06 21:15


5. Fortsetzung

3. Eine Person, die sich verändert, wird zunehmend offener für ihre eigenen Gefühle und Wahrnehmungen. Empfindungen, die zunächst unbekannt sind und am Anfang Unbehagen und Unsicherheit auslösen, werden Schritt für Schritt zugelassen und in das Bewusstsein über die eigene Person (Selbstkonzept) integriert. Das Ergebnis der Selbstwerdung ist ein erweitertes Bewusstsein über sich selbst, das mit dem aktuellen Erleben und Verhalten weitgehend übereinstimmt (Kongruenz).
8.3.06 14:50


6. Fortsetzung

Selbstwerdung in der Ausbildung

Eine Praktikantin einer Fachschule für Sozialpädagogik äußert gegenüber der anleitenden Lehrkraft: „Jetzt reicht es mir aber. Hier habe ich es nur mit Idioten zu tun!“ Darauf der Lehrer erstaunt und nachdenklich zugleich: „Irgendetwas hat Sie verletzt.“ Es entsteht eine kurze Gesprächspause. Die Praktikantin, die sehr ruhig geworden ist, äußert jetzt: „Ja, es tut mir sehr weh, wenn die Jugendlichen mich nur anschreien.“
In diesem Gespräch hat die Praktikantin die Möglichkeit ihre Wut und Enttäuschung bewusster wahrzunehmen. Durch die einfühlende Reaktion des Lehrers nähert sie sich ihrem tieferen emotionalen Bewusstsein. Sie wird achtsam für ihre verletzten Gefühle.
Erzieher und Lehrer können die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, Jugendlichen und Auszubildenden fördern.
10.3.06 16:37


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